
Die vier Codes in einem Satz
| Code | Vergeben von | Beantwortet die Frage |
|---|---|---|
| ASIN | Amazon | Welches Produkt ist das im Amazon-Katalog? |
| EAN / GTIN | GS1 (weltweit) | Welches Produkt ist das im Handel allgemein? |
| SKU | Sie selbst | Wie nenne ich diesen Artikel intern? |
| FNSKU | Amazon | Wem gehört diese konkrete Einheit im Lager? |
Der letzte Punkt ist der entscheidende – und der Grund, warum es den FNSKU überhaupt gibt.
ASIN – die Produktseite
Die ASIN (Amazon Standard Identification Number) identifiziert das Listing, nicht Ihre Ware. Verkaufen zehn Händler denselben Artikel, teilen sie sich eine ASIN und konkurrieren auf derselben Produktseite. Die ASIN wird nie auf die Ware geklebt.
EAN / GTIN – der Herstellerbarcode
Die EAN ist der Barcode, den Sie aus dem Supermarkt kennen. Sie gehört zum Produkt, nicht zum Händler, und wird über GS1 vergeben. Für neue Listings verlangt Amazon in der Regel eine gültige GTIN – gekaufte „Billig-EANs“ aus zweifelhaften Quellen führen früher oder später zu Sperrungen, weil sie nicht auf Ihr Unternehmen registriert sind.
SKU – Ihre interne Nummer
Die SKU (Stock Keeping Unit) vergeben Sie selbst, beim Anlegen des Angebots. Sie taucht in keinem Barcode auf der Ware auf, ist aber Ihr Anker in Berichten und in der Buchhaltung. Ein sprechendes Schema zahlt sich später aus, etwa MARKE-PRODUKT-VARIANTE-CHARGE.
FNSKU – das Etikett auf der Einheit
Der FNSKU (Fulfillment Network Stock Keeping Unit) ist der Code, der tatsächlich auf jede physische Einheit kommt. Er verbindet die Einheit mit Ihrem Verkäuferkonto. Er beginnt typischerweise mit „X00…“ und wird von Amazon erzeugt, sobald Sie einen Artikel für den Versand durch Amazon anlegen.
Auf dem Etikett stehen neben dem Barcode der Titel und der Zustand der Ware – Amazon gibt das Layout vor, Sie laden es als PDF aus Seller Central herunter.
Die eigentliche Entscheidung: FNSKU oder Herstellerbarcode
Amazon lässt bei bestimmten Produkten zu, dass Sie statt eines FNSKU den Herstellerbarcode nutzen. Das klingt bequem – spart es doch das Etikettieren. Der Preis dafür heißt Bestandsvermischung (englisch: commingling, oft auch „stickerless“ genannt).
Bei Vermischung wandert Ihre Ware in denselben Bestandstopf wie die identische Ware anderer Händler. Bestellt ein Kunde bei Ihnen, kann er die Einheit eines anderen Verkäufers erhalten – und umgekehrt. Die Konsequenzen:
- Fremde Qualität wird Ihr Problem. Liefert ein anderer Händler Fälschungen oder beschädigte Ware ein, landen die Beschwerden und Rücksendungen unter Umständen bei Ihnen.
- Kein Nachweis. Sie können im Streitfall nicht belegen, dass die beanstandete Einheit nicht aus Ihrer Lieferung stammte.
- Kontorisiko. Authentizitätsbeschwerden gehören zu den härtesten Gründen für Kontosperrungen.
Unsere Empfehlung an jeden Markeninhaber und jeden Händler mit Eigenmarke: immer FNSKU, ohne Ausnahme. Die 0,39 € pro Einheit sind die günstigste Versicherung, die Sie im FBA-Geschäft kaufen können.
Wann ein FNSKU zwingend ist
- Bei Produkten mit Mindesthaltbarkeitsdatum – hier ist die Vermischung ausgeschlossen.
- Bei gebrauchter oder generalüberholter Ware.
- Bei Bundles und Multipacks, die Sie selbst zusammenstellen.
- Bei Produkten ohne gültige, scanbare Herstellergültigkeit auf der Verpackung.
- Sobald Sie die Vermischung in Ihren Einstellungen deaktiviert haben – dann für alle Artikel.
Etiketten richtig drucken
- Format: Amazon stellt die Etiketten als PDF in einem vorgegebenen Raster bereit. Drucken Sie sie in Originalgröße – „an Seite anpassen“ verkleinert den Barcode und macht ihn unlesbar.
- Material: Ein Thermotransfer- oder Laserdruck auf mattem Etikettenpapier bleibt lange lesbar. Reine Thermodirekt-Etiketten können bei Wärme verblassen – Amazon verlangt 24 Monate Lesbarkeit.
- Kein Glanz, kein Tesa: Klebeband über dem Barcode und glänzende Folien erzeugen Reflexionen, an denen Scanner scheitern.
- Kontrolle: Scannen Sie das erste Etikett jeder Charge mit dem Handy. Zehn Sekunden, die eine ganze Palette retten.
Die fünf häufigsten Etikettierfehler
- Der Herstellerbarcode bleibt sichtbar – zwei scanbare Codes auf einer Einheit.
- Das Etikett sitzt unter der Schrumpffolie statt außen.
- Das Etikett klebt über einer Kante oder Falz und knickt den Barcode.
- Ein FNSKU aus einer alten Charge wird für einen neu angelegten Artikel wiederverwendet.
- Etiketten aus der falschen SKU-Datei – passiert reihenweise bei Varianten in mehreren Farben oder Größen.
Wenn Sie die Etikettierung abgeben möchten: Wir drucken die Etiketten aus Ihrer PDF-Datei oder kleben von Ihnen gelieferte Etiketten auf – 0,39 € pro Einheit, Details unter FNSKU-Etikettierung.
Stand: 18. August 2026. Amazon ändert Anforderungen und Gebühren regelmäßig – maßgeblich ist immer die aktuelle Fassung in Seller Central. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.